Dear Family-Business Owner – your vulnerability is your superpower

Whilst I was drafting this post – a number of stories crossed my newsfeed of owners of family businesses expressing their desire to hold on to their independence and with it financial vulnerability as well as the intense vulnerability experienced whilst leading their organisation. And yes, I believe if we look closely exactly that may be their superpower.

Big corporates always like a best practice to copy. Often they look at the other major players. Maybe it is time to look at the family-owned businesses if we start to shift away from short-term financial profit as the single measure of success and have to build cultures with leadership that creates trust, binds employees, and at the same time enables innovation, disruption, creation.

“We posit that compared to their non-family peers, the likely elevated levels of vulnerability felt by many family firm owners and managers will engender richer and more rewarding social exchanges with those stakeholders”

Hayward M, et. al., Journal of Family Business, 2022 (full source below)

A couple of newly published journal articles in the Journal of Family Business have dug into these topics in family-owned businesses. Here’s what I take-away from them. Family-owned businesses build trust and an excellent attrition of their employees (even binding family members over generations) due to the following:

  • The vulnerability and acute sense of responsibility family-owned business owners feel on a daily basis.
  • Truly caring for their employees and hence offering a safe internal culture that develops along with needs.
  • Their independence from shareholders and the ability to look at the long-term returns versus quarterly balance sheets.

The two papers are different in style – one looking at one family-owned firm as a case study and another looking at a model based on social exchange theory. Yet, their findings support each other, and also support what was shared in the book published by family-business owner Antje von Dewitz, Vaude, which I wrote about here (in German).

“According to employee statements, whether long- established members of the executive team or new employees, they refer to the importance of the family firm’s long-term orientation enabling enduring employment and innovation for generations.”

Rondi E, et al. Journal of Family Business, 2022 (full source below)

This what I take from this research.

As a family-business owner, I can only imagine that intense sense of vulnerability of being in service to the idea, the employees, the customers, the local community. From this research and the work in daring leadership, which explains how vulnerability is our most accurate measure of courage, I invite you to lean in to this discomfort of vulnerability to use it as your superpower – learn all the skills to have courage as well as boundaries, self-compassion as tools to look after yourself.

If I was a startup building my culture – I would be looking at these type of businesses rather than trying to be like the big corporates, the next unicorn. Some really interesting work into this field is being led by the New Mittelstand movement in Germany, which I can only recommend investigating.

And for the big corporates – this only adds another data point to support the need for a change in leadership, culture and strategy. We have to revisit the detachment of business leaders from the pulsing heart of the business. This can only be done if we change our definition of business success away from short-term financial profits, away from strategy based on competitive advantage and succeeding on business metrics to instead looking to provide products, services, solutions that contribute to people, planet and profit.

Source:

One for all, all for one: A mutual gains perspective on HRM and innovation management practices in family firms. Emanuela Rondi, Ruth Überbacher, Leopold von Schlenk-Barnsdorf, Alfredo De Massis and Marcel Hülsbeck. Journal of Family Business Strategy 13 (2022) 100394

How vulnerability enriches family firm relationships: A social exchange perspective. Mathew Hayward, Richard Hunt, Danny Miller. Journal of Family Business Strategy 13 (2022) 100450

Mutig voran – die Unternehmerin Antje von Dewitz zeigt auf, wie wir uns mit einer Vision und Vertrauen den Herausforderungen stellen können

In meinem Ansatz geht es um ein Führungsverständnis und eine Kultur, welche auf Mut, Empathie, Werten und Vertrauen basiert (Daring Leadership); mit einer Haltung, das wir genug haben, um die Offenheit für Innovation zu ermöglichen (Abundance Mindset); sowie über die Notwendigkeit von echter Kollaboration, um gemeinsam Lösungen zu ermöglichen (Collaborative Narratives).

Doch gibt es Beispiele, das es möglich ist in einem Unternehmen folgendes zu erreichen: Vertrauensorganisation als Kultur leben, Infrastruktur bereitstellen um Diversität zu fördern, Nachhaltigkeit im gesamten Unternehmen verankern trotz Widerstände, und langfristig zu wirtschaften anstatt kurzfristige Gewinne vorzuziehen? Ja! Und ich kann folgendes Buch sehr empfehlen: “Mut steht uns gut!” von Antje von Dewitz. Bei der Übernahme des Familienunternehmens hat sie nicht auf Trends und externen Druck gewartet, sondern ist als Unternehmerin und Mensch mutig ihrer Vision gefolgt und hat diese umgesetzt.

Ich folge dem gesunden Menschenverstand. Wir haben ein positives Menschenbild. Wir glauben daran, dass die Menschen, die hier arbeiten, gerne hier arbeiten und ihr Bestes einbringen wollen.

Antje von Dewitz, Interview im Manager Magazin 20.10.2020 hier

Bereits in den letzten Jahren wurde ich durch Artikel und Podcasts auf die Arbeit von Antje von Dewitz als Geschäftsführerin des Familienunternehmens Vaude aufmerksam. Doch erst jetzt kam ich dazu ihr Buch zu lesen. Es hat mich tiefst beeindruckt.

In dem Buch teilt Antje von Dewitz was sie als Unternehmerin bzgl. Vision, Vertrauen, Diversität und Nachhaltigkeit bei der Übernahme des von ihrem Vater gegründeten Unternehmen Vaude gemacht hat. Das wichtige dabei – sie hat es gemacht. Sie ist mit ihrem Team und den Mitarbeitern durch die Höhen und Tiefen der Umsetzung einer Vision und neuen Unternehmenskultur gegangen, um wirklich durchgehend nachhaltig zu werden. Im Buch teilt sie was sie auf diesem Weg gelernt hat und warum es sich rentiert. Rollenmodelle wie diese brauchen wir, um Mut und Hoffnung zu schöpfen für andere Unternehmen und die Zukunft.

Als Antje von Dewitz 2009 das Familienunternehmen übernommen hat, hatte sie eine klare Vision – mit Bezug auf starken Produkten, einer Werteorientierung und konsequenter Rücksicht auf Mensch und Natur. Sie hatte sich bereits vor der Übernahme in ihrer Forschung mit der Rolle von Vertrauen und der Motivation von Mitarbeitern auseinandergesetzt. Für mich beschreibt der folgende Auszug ihre Elementare Erkenntnis, die hinter allem steht, um ihre Vision zu erreichen.

Unser nachhaltiger Weg stellt uns (Vaude) immer wieder vor scheinbar unüberwindbare Hindernisse[…]Als Pioniere müssen wir immer wieder kreativ werden und miteinander eine machbare Lösung finden.

Diesen Einsatz, der viel Kraft und Erfindungsgeist erfordert und schwer messbar ist, kann ich nicht von Mitarbeitenden erwarten, die sich fremdbestimmt fühlen und ihr eigenes Leben dem Unternehmen unterordnen müssen. Für diesen Weg brauchen wir den ganzen Menschen mit Herz, Seele und Verstand und seiner ganzen Energie.

Antje von Dewitz, Mut steht uns gut!, 2020 Benevento Verlag

Ich teile diese Einsicht, und bin überzeugt, dass wir mit Blick auf den aktuellen Herausforderungen dringend an der Unternehmenskultur, Werten und Haltung arbeiten müssen, um Kreativität zu ermöglichen und mit kollaborativen Ansätzen Lösungen zu finden.

Antje von Dewitz hatte also eine Vision und wusste auch. “Unser Führungsverständnis und Unternehmenskultur sollte sehr bewusst und durchgängig auf Vertrauen und Wertschätzung aufbauen”. Später hat sie auch die Notwendigkeit, die Werte schriftlich festzuhalten, gesehen um damit die Position des Unternehmens klarzumachen. Für demokratische Werte einstehen, dabei auch die Stimme zu erheben und Haltung zu zeigen.

Sie hat viel investiert, um dieses Führungsverständnis und die Unternehmenskultur über viele Jahre gemeinsam mit den Führungskräften und Mitarbeitern aufzubauen. Das Buch beschreibt gut, nach welchen Ansätzen sie mit externer Unterstützung vorgeht und besonders wichtig, dass es eine Investition ist, welche kontinuierliche Weiterentwicklung und Zeit braucht. Nicht jede Führungsperson konnte/wollte sich mit entwickeln, so gab es auch Abgänge. Es gab zudem natürlich Rückschläge, kritische Meinungen, negative Erfahrungen.

[…]Genau das unvermeidliche Ringen mit Zielkonflikten, Authenzität und eine klare Wertehaltung eine Strahlkraft entwickeln, die anzieht, Hoffnung erzeugt und nicht zuletzt Vertrauen schafft.

Antje von Dewitz, Mut steht uns gut!, 2020 Benevento Verlag

Ein paar Beispiele zu den Änderungen, welche im Buch genannt sind: “Führungskräfte von Richtungsweiser und Entscheider… hinzu Rahmengeber, Vermittler und Begleiter”; “Leistung wird nicht nach Anwesenheit, sondern nach den Ergebnissen gemessen”; “Keine Besprechungen nach siebzehn Uhr angesetzt werden”; “weniger Belastung durch Überstunden” , “Schlichte Erkenntnis, dass wir mit möglichst gemischten Teams am Besten aufgestellt sind für die Zukunft”, “Verschiedene Hintergründe, Erfahrungen, desto unterschiedlichere Blickwinkel und nachhaltigere Lösungsansätze und Strategien”.

Wir lernten, dass schwarz-weisse Sichtweisen und Lösungen uns nicht voranbringen, sondern wir gemeinsam und abteilungsübergreifend um eine pragmatische Lösung ringen mussten.

Antje von Dewitz, Mut steht uns gut!, 2020 Benevento Verlag

Das Fundament des positiven Menschenbilds, die Vertrauensorganisation in der gelernt wird wie man mit Ungewissheit, unterschiedlichen Meinungen, Hindernissen umgeht, ist für mich ein Beispiel von ‘Daring Leadership’. Das heisst, es geht um Neugierde, Offenheit, Empathie und Abstand nehmen von defensivem Verhalten, also ‘Armored Leadership’. Diese Fähigkeiten zu lernen, stärken und kontinuierlich fortführen kann geübt werden, gelernt werden, und immer wieder mit Vision, Werte und Haltung in den Vordergrund gerufen werden.

“Statt in die Verteidigungshaltung zu gehen, wenn mich meine Führungskraft kritisiert, nachzufragen, was genau gemeint ist, oder statt Inhaltsschlachten zu führen, einfach mal zu fragen, was ist eigentlich los oder das Gegenüber gerade braucht”.

Antje von Dewitz, Mut steht uns gut!, 2020 Benevento Verlag

Was neben dem ‘WIE’ in ihrem Buch beeindruckt, ist ‘WAS’ sie damit konsequent angepackt hat:

  • die Unternehmenskultur kontinuierlich angepasst und gelebt mit Bezug auf Führungsverständnis, Vertrauensorganisation, Werten, Diversität
  • die Nachhaltigkeit in Produkten, dem Arbeitsstandort, der Kantine und sogar einem Mobilitätskonzept verankert
  • das Geschäftsmodell/Strategie und das klassische Wachstum in Frage gestellt, und den Mut gehabt, es neu zu denken, neues zu probieren und neu zu bewerten was Erfolg ist
  • das Stakeholder Management, so haben sie sich kollaborativ mit unterschiedlichsten Parteien an den Tisch gesetzt um Themen anzugehen, anstatt auf Grund von Wettbewerb defensiv in einem starren ‘Gegeneinander’ zu agieren
  • das gesellschaftliche Engagement, sie haben sich mit der Einbindung und Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt befasst und ermöglicht.

Ich bin überzeugt der ganzheitliche Ansatz bringt den Erfolg bei einer Transformation wie dieser. Und Erfolge haben sie gesehen.

Wir schaffen es, Lösungen zu finden, wo alles nach Scheitern aussieht. Für mich ist diese Haltung ein Schlüssel dafür, dass wir lösungsorientiert, gestaltungsfähig, und innovationsstark sind.

Antje von Dewitz, Mut steht uns gut!, 2020 Benevento Verlag

Und rentiert sich die Mühe der Vision und der Unternehmenskultur nachzugehen? Ein paar konkrete Gründe nennt Antje von Dewitz im Buch, welche erlebt wurden und werden:

  • Spürbare Leidenschaft, Loyalität und Energie für das Unternehmen und die gemeinsamen Ziele
  • Niedrige Krankheits- und Fluktuationsquote
  • Recht hohe interne Weiterentwicklungsmöglichkeiten
  • Selten Probleme Stellen zu besetzen, trotz der provinziellen Lage
  • Eine Vielzahl von Initiativbewerbungen, weil sich Menschen mit der Firmenphilosophie identifizieren
  • Eine selbstbestärkende Kultur: Viele Menschen mit starkem Urvertrauen angestellt, welche mit ihrer positiven und offenen Einstellung die Organisation und Kultur weiter von innen stärken
  • Nicht in alten Mustern verhaftet, sondern beweglich und kreativ
  • Begegnen einander unabhängig von Geschlecht oder Nationalität vertrauensvoll und auf Augenhöhe und lernen zunehmend, unsere Verschiedenartigkeit als Stärke zu schätzen.
  • Immer wieder in der Lage, gemeinsam zukunftsfähige Lösungen zu erarbeiten, und das macht viel spass

Mein Fazit: Es geht. Es lohnt sich. Es macht spass. Mit Mut, Vertrauen und Kollaboration gemeinsam die Hindernisse unserer Zeit anzugehen.

Für mich sind ‘Daring Leadership, Abundance Mindset und Collaborative Narratives’ der Schritt dahin. Ein Familienunternehmen hat die Unabhängigkeit langfristig einer Vision zu folgen, doch müssen wir dies auch in den grossen börsennotierten Unternehmen ermöglichen und als Investoren, Startups als Erfolg anerkennen.

Zum Schluss von Antje von Dewitz der Aufruf deiner Vision zu folgen:

Wenn viele Menschen am richtigen Platz sind, dann kann das die Welt ein Stück besser machen.

Dann lohnt es sich in meinen Augen erst recht, den Mut zu haben, sich einfach trotzdem auf den Weg zu machen, einfach mal einen ersten kleinen Schritt zu wagen. […]Den Blick nicht auf die Hindernisse, sondern auf das Machbare zu lenken.

Antje von Dewitz, Mut steht uns gut!, 2020 Benevento Verlag

Quelle: Antje von Dewitz, Mut steht uns gut!, 2020 Benevento Verlag (Keine Affiliation oder Sponsoring)

Daring Leadership, heisst unserer Verletzlichkeit bewusst zu sein und warum das für Unternehmen wichtig ist

Was Verletzlichkeit mit Mut, Inklusion und Innovation zu tun hat, und warum das gerade in Unternehmen so wichtig ist.

Dazu durfte ich meine Erfahrung in einem Gespräch mit Alkistis Petropaki teilen und dabei von ihr erfahren was Verletzlichkeit für sie und in ihrem Alltag mit Advance – Gender Equality in Business bedeutet. 

Diese Gelegenheit bedeutet mir sehr viel, denn Alkistis mit ihrer Organisation setzt sich mutig für neue Regeln in der Arbeitswelt ein, und ich bin der Meinung wir müssen in Unternehmenskulturen die Fähigkeiten zum Umgang mit Verletzlichkeit fördern, denn wir brauchen Mut. Ein grosses Dankeschön an Alexandra Rhiner für die Leitung des Gesprächs. 

Dazu kommt das ich den Eindruck habe, gerade im deutschen Sprachraum wird noch weniger über Verletzlichkeit (Vulnerability) gesprochen. Ist es der Begriff? Wäre Verwundbarkeit, oder ‘sich angreifbar machen’ oder ‘sich zeigen’ einfacher um das Gespräch aufzugreifen? Wir verstecken oft diese Verletzlichkeit, weil wir uns schämen nicht würdig /gut genug / geliebt zu sein. Ich finde schön wie in Deutschland der erste Artikel im Grundgesetz lautet “Die Würde des Menschen ist unantastbar” und in der Schweiz im Grundrecht “Die Würde des Menschen ist zu achten und zu schützen.”. Daran kann man sich orientieren und wir dürfen nicht Angst vor Fehlern haben, wir lernen alle – jedoch kann man Kompetenzen lernen, um im Alltag mit dieser Verletzlichkeit umzugehen und auf seine eigene Würde sowie die Anderer Acht zu geben.

Veröffentlicht ist unser Gespräch in der aktuellen Ausgabe der Business Zeitschrift Ladies Drive (Frühling 2022). Insgesamt hat die Herausgeberin Sandra-Stella Triebl spannende Beiträge von beeindruckenden Personen zum Thema Emotionale Intelligenz & Verletzlichkeit zusammengebracht. Und aktuell ist das Thema Verletzlichkeit ja sehr präsent um uns herum und betrifft uns alle. Eine Leseempfehlung.

Wer interessiert ist mehr zu erfahren darf gern mit mir unverbindlich Kontakt aufnehmen. Das Dare to LeadTM Programm von Dr. Brené Brown ist auf Deutsch verfügbar, ihr Buch dazu noch in der Übersetzung und nicht am deutschen Titel stören lassen.

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